Technisches SEO / Aus der Praxis

Hreflang: Sprachversionen richtig verbinden und prüfen

Hreflang mit vollständigem Deutsch-Englisch-Beispiel: Rückverweise, Canonical, Sprachcodes und eine Prüfliste für Übersetzungen und Relaunches.

Hreflang verbindet gleichwertige Sprach- oder Länderversionen einer Seite. Wer dieselbe Leistung auf Deutsch und Englisch anbietet, hilft Google damit, die passende Version auszuwählen. Die Übersetzung braucht trotzdem eine eigene erreichbare Adresse und vollständige Inhalte. Ein Sprachschalter allein löst diese Aufgabe nicht.

Der folgende Ablauf ist für kleine mehrsprachige Websites gedacht: zwei Sprachen, eine Leistung und ein überschaubares URL-Verzeichnis. Die Beispiele sind fiktiv. So lässt sich das Verfahren vor einem größeren Rollout an einem Seitenpaar durchspielen.

Vor dem Einbau klären: Welche Seiten gehören inhaltlich zusammen? Welche Übersetzung fehlt noch? Und bleibt ein Besucher beim Sprachwechsel bei derselben Leistung? Erst diese Zuordnung festlegen, dann Tags erzeugen.

Ein Seitenpaar als Ausgangspunkt

Eine Reinigungsfirma hat diese beiden Seiten:

SpracheAdresseInhalt
Deutschhttps://example.com/de/bueroreinigung/Büroreinigung, Leistungsumfang, Anfrage
Englischhttps://example.com/en/office-cleaning/dasselbe Angebot auf Englisch

Eine englische Startseite ist kein passendes Gegenstück zur deutschen Leistungsseite. Wer gerade die Reinigung eines Büros prüft, sollte beim Sprachwechsel wieder dort landen. Fehlt eine Übersetzung, lassen Sie den Verweis darauf vorerst weg. Ein Link auf eine allgemeine Seite macht die Übersetzung nicht vollständig.

Das vollständige HTML-Beispiel

Als fiktives Beispiel enthält die deutsche Seite im head:

<link rel="canonical" href="https://example.com/de/bueroreinigung/">
<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://example.com/de/bueroreinigung/">
<link rel="alternate" hreflang="en" href="https://example.com/en/office-cleaning/">

Auf der englischen Seite steht:

<link rel="canonical" href="https://example.com/en/office-cleaning/">
<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://example.com/de/bueroreinigung/">
<link rel="alternate" hreflang="en" href="https://example.com/en/office-cleaning/">

Die beiden alternate-Zeilen sind gleich. Jede Seite nennt sich selbst und ihr Gegenstück; der Canonical zeigt hier auf die jeweilige eigene Sprachseite. Google dokumentiert die gegenseitigen Verweise, absoluten Adressen und zulässigen Sprachcodes in seinem Leitfaden zu lokalisierten Versionen.

Beim Kopieren passieren zwei unterschiedliche Fehler: Ein Template übernimmt die deutschen URLs auch auf die englische Seite, oder es ersetzt den eigenen Canonical durch die deutsche Adresse. Prüfen Sie deshalb beide Seiten, nicht nur die zuerst bearbeitete.

Sprache oder Sprache mit Land?

Für unsere Reinigungsfirma reicht zunächst de und en: Die Seiten sind nach Sprache getrennt. en-GB ist erst sinnvoll, wenn das englische Angebot gezielt für das Vereinigte Königreich vorgesehen ist. Der Ländercode gehört zur beabsichtigten Zielgruppe, nicht zum Standort des Servers.

Typische Verwechslungen sind en-UK statt en-GB oder ein Land ohne Sprache. Verwenden Sie de-DE und de-AT nicht automatisch, nur weil zwei Büros existieren. Prüfen Sie vorher, ob die Seiten tatsächlich unterschiedliche Zielmärkte bedienen und ob diese Varianten gepflegt werden können.

x-default ist eine optionale Auffangadresse, etwa eine Sprachauswahl. Für das einfache Seitenpaar oben ist sie nicht erforderlich. Falls sie eingesetzt wird, sollte die Zielseite den Nutzer sinnvoll weiterführen.

Canonical und Hreflang getrennt prüfen

Der Canonical Tag behandelt die bevorzugte URL bei gleichen oder sehr ähnlichen Inhalten. Hreflang beschreibt Sprach- und Regionalalternativen. Die englische Fassung unseres Beispiels soll eine eigene Suchseite bleiben; sie wird deshalb nicht pauschal per Canonical auf Deutsch zusammengeführt.

Praktischer Kontrollfall: Der englische Link liefert 200, die englische Überschrift ist sichtbar, aber der Canonical zeigt auf Deutsch. Das ist ein widersprüchlicher Aufbau. Der Prüfauftrag lautet dann: Template-Zuordnung korrigieren und beide ausgelieferten HTML-Seiten erneut ansehen. Weitere Probleme können durch Weiterleitungen entstehen: Ein Tag auf /en/cleaning-old/, das zur neuen Seite springt, sollte direkt auf die endgültige Adresse geändert werden. Dazu passt der Ratgeber zur 301-Weiterleitung.

Eine Zuordnungstabelle verhindert Kopierfehler

Vor einem Relaunch genügt für eine kleine Website eine Tabelle mit einer Zeile pro Thema:

ThemaDeutschEnglischFreigabe
Büroreinigung/de/bueroreinigung//en/office-cleaning/beide geprüft
Fensterreinigung/de/fensterreinigung/noch offennur Deutsch veröffentlichen
Kontakt/de/kontakt//en/contact/Formulartexte fehlen

Die Tabelle macht unvollständige Übersetzungen sichtbar, bevor sie in die Navigation gelangen. Sie eignet sich auch als Übergabe an Übersetzer: Zum Auftrag gehören Überschrift, Haupttext, Seitentitel, Description, Kontaktwege und gegebenenfalls Formularmeldungen. Sonst sieht die Leistungsseite übersetzt aus, während die Anfrage auf Deutsch endet.

So prüfen Sie ein Seitenpaar nach dem Livegang

  1. Beide URLs öffnen: Richtige Sprache, richtige Leistung, kein Login und kein Fehlerstatus?
  2. Quelltext vergleichen: Sind die beiden alternate-Zeilen vorhanden, vollständig und gegenseitig?
  3. Zieladressen aufrufen: Enden alle Verweise direkt auf der endgültigen URL?
  4. Canonical ansehen: Passt er zur vorgesehenen indexierbaren Sprachseite? Der Meta-Tag-Checker zeigt Canonical und Hreflang-Angaben einer URL.
  5. Sprachwechsel testen: Bleiben Thema, Formular und nächster Schritt verständlich?
  6. Indexierbarkeit prüfen: Eine veröffentlichte Übersetzung darf nicht versehentlich auf noindex stehen oder für den Crawler gesperrt sein.

Ein valides Tag repariert keine fehlende Übersetzung. Beginnen Sie mit einem vollständigen Paar, prüfen Sie es und übertragen Sie die Zuordnung anschließend auf die übrigen Themen. Für die übergreifende Prüfung beim Websitewechsel hilft die Leistung SEO beim Relaunch.

Häufige Fragen

Braucht eine nur deutschsprachige Website Hreflang?

Für eine Website ohne alternative Sprach- oder Regionalversionen gibt es keine Seitenpaare zu verbinden. Hier sind verständliche Inhalte und die übrigen technischen Grundlagen wichtiger.

Muss Hreflang in HTML und Sitemap stehen?

Eine konsistente Umsetzung genügt. Google unterstützt HTML, HTTP-Header und Sitemap; mehrere parallele Implementierungen erhöhen den Pflegeaufwand. Wählen Sie die Variante, die Ihr System zuverlässig aktuell hält.

Führt Hreflang automatisch weiter?

Nein. Die Tags sind Hinweise für Suchmaschinen. Den sichtbaren Sprachwechsel braucht der Besucher zusätzlich. Er sollte die passende übersetzte Unterseite öffnen und nicht jedes Mal die Startseite.

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