SEO für Steuerberater
SEO für Steuerberater und Steuerkanzleien: wie Mandanten nach Branche, Thema und Ort suchen, was das Berufsrecht bei Werbung erlaubt und warum Spezialisierung bei Google mehr bringt als „Steuerberater in der Nähe“.
Lassen Sie uns sprechenDie meisten Steuerkanzleien haben genug zu tun. Was fehlt, sind die passenden Mandate: Mandanten aus den Branchen, in denen die Kanzlei stark ist, mit Aufträgen, die sich lohnen, und ohne die Schuhkarton-Buchhaltung, die niemand übernehmen möchte. SEO für Steuerberater heißt deshalb vor allem, gezielt für die eigenen Schwerpunkte gefunden zu werden, und nicht für „Steuerberater“ allgemein.
Wie Mandanten einen Steuerberater suchen
Die Suche nach einer Steuerkanzlei läuft anders als die nach einem Arzt oder Anwalt. Selten gibt es einen akuten Notfall, häufig einen Anlass: eine Gründung, ein Wechsel, eine Frist, ein Brief vom Finanzamt.
| Suche | Beispiel | Was gefunden werden muss |
|---|---|---|
| Ort | „Steuerberater Essen“, „Steuerberater in der Nähe“ | Google-Unternehmensprofil, Startseite |
| Branche oder Zielgruppe | „Steuerberater für Ärzte“, „Steuerberater Gastronomie“, „Steuerberater für Selbstständige“ | eine eigene Seite pro Schwerpunkt |
| Thema oder Anlass | „GmbH gründen Steuerberater“, „Steuerberater wechseln“, „Erbschaftsteuer Beratung“ | Seiten zu Leistungen und Anlässen |
| Kosten | „Steuerberater Kosten“, „Was kostet eine Steuererklärung beim Steuerberater“ | eine ehrliche Seite zur Vergütung |
Bei der Ortssuche gewinnt meist das Kartenergebnis. Die zweite und dritte Art sind die interessanteren: Wer nach „Steuerberater für Zahnärzte“ sucht, hat bereits entschieden, dass er Spezialwissen braucht, und vergleicht nicht mehr nur die Entfernung.
Spezialisierung ist der stärkste Hebel
Viele Kanzleiwebsites listen ihre Leistungen nach Steuerarten: Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Lohnbuchhaltung, Jahresabschluss. So suchen Mandanten aber selten. Sie suchen nach ihrer eigenen Situation.
Eine Kanzlei, die viele Heilberufler, Handwerksbetriebe oder Onlinehändler betreut, sollte das sichtbar machen, mit je einer Seite pro Zielgruppe:
- Welche Themen sind in dieser Branche typisch? Bei Ärzten etwa Praxisgründung und -übernahme, bei Onlinehändlern die Umsatzsteuer im EU-Versandhandel, bei Gastronomen die Kassenführung.
- Was übernimmt die Kanzlei, was der Mandant? Belegaustausch, Buchhaltung, Lohn, digitale Zusammenarbeit.
- Wie läuft der Start ab? Erstgespräch, Unterlagen, Übergabe vom bisherigen Berater.
- Woran erkennt man, dass die Kanzlei die Branche kennt? Konkrete Fragen, die in der Beratung immer wieder kommen, sind überzeugender als jede Behauptung.
Eine solche Seite rankt nicht nur besser als die allgemeine Leistungsliste. Sie filtert auch: Wer sie liest und anfragt, passt meist zur Kanzlei.
Was das Berufsrecht bei Werbung erlaubt
Steuerberater dürfen werben, wenn die Werbung über die berufliche Tätigkeit sachlich informiert. Für SEO-Inhalte heißt das in der Praxis:
- Sachliche Information ist erlaubt und erwünscht. Ratgebertexte, Ablaufbeschreibungen und Hinweise zu Fristen sind genau die Art Werbung, die das Berufsrecht vorsieht.
- Bezeichnungen nur, wenn sie zutreffen. Fachberater- und Spezialistenbezeichnungen sollten nur verwendet werden, wenn die Voraussetzungen tatsächlich vorliegen. Im Zweifel hilft eine Rückfrage bei der Steuerberaterkammer.
- Keine Ersparnisversprechen. „Wir holen 3.000 € vom Finanzamt zurück“ ist als Überschrift ungeeignet. „Welche Kosten Selbstständige absetzen können“ beantwortet dieselbe Suche seriös.
- Verschwiegenheit gilt auch online. Fallbeispiele nur anonymisiert und mit Einverständnis, keine Mandantennamen ohne Zustimmung.
Das ist keine Rechtsberatung, sondern der Rahmen, in dem wir Inhalte planen. Die Formulierung einzelner Aussagen entscheidet die Kanzlei. Einen ähnlichen Rahmen haben Anwälte mit ihrem Berufsrecht.
Das Google-Profil der Kanzlei
Für „Steuerberater“ mit Ortsbezug zeigt Google fast immer das Kartenergebnis vor den Websites. Ein paar Punkte sind bei Kanzleien besonders wichtig:
- Die Hauptkategorie sollte „Steuerberater“ sein. Weitere passende Kategorien ergänzen, soweit Google sie anbietet.
- Leistungen und Schwerpunkte im Profil eintragen, so wie sie auf der Website stehen.
- Bewertungen beantworten, ohne die Verschwiegenheitspflicht zu verletzen: nicht bestätigen, dass jemand Mandant ist, keine Details zum Fall.
- Öffnungszeiten und Erreichbarkeit aktuell halten, auch in der Urlaubszeit und rund um Abgabefristen.
Mehr zum lokalen Teil steht unter Local SEO.
Inhalte, die Mandate bringen
Nicht jeder Steuertext bringt Mandanten. Allgemeine Fragen wie „Pendlerpauschale berechnen“ beantworten Portale, Ministerien und Rechner schneller, und wer sie liest, will meist selbst ausfüllen. Sinnvoll sind Themen, bei denen der Leser danach Unterstützung braucht:
- Anlässe: Gründung, Rechtsformwechsel, Praxis- oder Unternehmensnachfolge, Erbschaft, Betriebsprüfung.
- Zielgruppenfragen: Was ein Onlinehändler bei der Umsatzsteuer beachten muss, wann eine Arztpraxis gewerblich wird, wie Gastronomen ihre Kasse prüfungssicher führen.
- Kosten: Wie sich die Vergütung zusammensetzt und wovon sie abhängt. Steuerberater rechnen nach der Steuerberatervergütungsverordnung ab oder vereinbaren ein Pauschalhonorar. Wer das verständlich erklärt, bekommt Anfragen von Mandanten, die nicht nur den Preis vergleichen.
- Wechsel: Viele Mandanten suchen eine neue Kanzlei, weil die alte nicht erreichbar ist oder nicht mehr annimmt. Eine Seite, die den Wechsel erklärt, nimmt ihnen die Sorge vor dem Aufwand.
Auch hier zählt, wer schreibt: Ein Fachtext mit Name und Berufsbezeichnung des Steuerberaters, der ihn verfasst oder geprüft hat, wiegt bei Google mehr als ein anonymer Blogbeitrag.
Auch für Bewerber gefunden werden
Bei vielen Kanzleien ist nicht die Mandantengewinnung der Engpass, sondern das Personal. Die Website kann dabei helfen: eine eigene Karriereseite mit echten Angaben zu Arbeitszeiten, Homeoffice, Fortbildung und Team ist oft das, was Steuerfachangestellte vor einer Bewerbung suchen. Mit einer Stellenanzeige als strukturierte Daten erscheint sie zusätzlich in der Jobsuche von Google.
Womit ich anfangen würde
- Das Google-Profil mit Kategorie, Leistungen und Öffnungszeiten vollständig aufstellen.
- Die zwei oder drei Zielgruppen festlegen, für die die Kanzlei mehr Mandate möchte, und für jede eine eigene Seite anlegen.
- Eine verständliche Seite zu Kosten und Ablauf der Zusammenarbeit schreiben.
- Danach Ratgebertexte zu den Anlässen, die in Erstgesprächen am häufigsten vorkommen.
Wo Ihre Kanzlei heute steht, zeigt ein SEO-Audit mit Ihren echten Suchdaten: für welche Themen Sie schon gefunden werden und wo Mandanten bei anderen Kanzleien landen.