SEO für Anwälte
SEO für Anwälte und Kanzleien: wie Mandanten nach Rechtsgebiet und Ort suchen, was das anwaltliche Berufsrecht bei Werbung erlaubt und wie Kanzleien neben den großen Anwaltsportalen sichtbar werden.
Lassen Sie uns sprechenWer einen Anwalt sucht, hat meist ein konkretes Problem: eine Kündigung, eine Trennung, einen Unfall, einen Bußgeldbescheid. SEO für Anwälte heißt deshalb vor allem, im richtigen Moment für das richtige Rechtsgebiet gefunden zu werden, und nicht für „Rechtsanwalt” allgemein, wo Portale und große Kanzleien die ersten Plätze belegen.
Wie Mandanten nach einem Anwalt suchen
Die Suche verläuft fast immer in derselben Reihenfolge: erst die Frage, dann das Rechtsgebiet, dann die Kanzlei in der Nähe.
| Phase | Beispiel | Was gefunden werden muss |
|---|---|---|
| Problem verstehen | „Kündigung erhalten was tun”, „Unterhalt berechnen” | Ratgeberseiten zu typischen Fällen |
| Rechtsgebiet und Ort | „Anwalt Arbeitsrecht Essen”, „Fachanwalt Familienrecht” | Eine Seite pro Rechtsgebiet, das Google-Profil |
| Entscheidung | „Kanzlei Name Bewertungen”, „Erstberatung Kosten” | Teamseite, Kosten, Erreichbarkeit, Bewertungen |
Die meisten Kanzleiwebsites bedienen nur die dritte Phase: eine Startseite, eine Liste der Rechtsgebiete, eine Teamseite. Wer schon in der ersten Phase eine brauchbare Antwort gibt, ist bei der zweiten bereits bekannt.
Eine Seite pro Rechtsgebiet
Eine Sammelseite „Unsere Rechtsgebiete” rankt für keines davon. Jedes Rechtsgebiet, in dem die Kanzlei Mandate gewinnen möchte, braucht eine eigene Seite, die beantwortet, was Mandanten vor dem ersten Anruf wissen wollen:
- Bei welchen Anliegen hilft die Kanzlei in diesem Gebiet, und bei welchen nicht?
- Welche Fristen laufen? Bei einer Kündigung etwa bleiben für die Kündigungsschutzklage nur drei Wochen.
- Wie läuft die Erstberatung ab, und was kostet sie?
- Übernimmt eine Rechtsschutzversicherung die Kosten, und wie wird das geklärt?
- Welche Unterlagen sollte man mitbringen?
Gerade der Hinweis auf Fristen ist wertvoll. Er beantwortet eine dringende Frage, zeigt Kompetenz und gibt einen Grund, jetzt anzurufen statt nächste Woche.
Was das Berufsrecht bei Werbung erlaubt
Anwälte dürfen werben, aber nur sachlich und bezogen auf ihre berufliche Tätigkeit. Für SEO-Inhalte bedeutet das vor allem:
- Fachanwaltstitel dürfen nur geführt werden, wenn sie verliehen wurden. Seiten, die „Fachanwalt für Arbeitsrecht” im Titel tragen, müssen das auch einlösen.
- Begriffe wie „Spezialist” sind heikel. Sie sind nur zulässig, wenn die Kenntnisse tatsächlich vorliegen und keine Verwechslung mit einem Fachanwaltstitel entsteht.
- Keine Erfolgsversprechen. „Wir holen Ihre Abfindung raus” ist als Überschrift ungeeignet. „Wie Abfindungen verhandelt werden” beantwortet dieselbe Suche seriös.
- Sachliche Information ist ausdrücklich erlaubt. Ratgebertexte, Ablaufbeschreibungen und Kostenhinweise sind genau die Art Werbung, die das Berufsrecht vorsieht.
Das ist keine Rechtsberatung, sondern der Rahmen, in dem wir Inhalte planen. Die Formulierung einzelner Aussagen entscheidet am Ende die Kanzlei.
Das Google-Profil und die Anwaltsportale
Für „Anwalt Arbeitsrecht” mit Ortsbezug zeigt Google meist das Kartenergebnis vor allen Websites. Das Google-Unternehmensprofil ist deshalb für Kanzleien oft der schnellste Hebel:
- Hauptkategorie passend zum wichtigsten Rechtsgebiet statt nur „Rechtsanwalt”, weitere Gebiete als zusätzliche Kategorien, soweit Google passende anbietet.
- Einzelne Anwälte können ein eigenes Profil haben. Bei Kanzleien mit mehreren Schwerpunkten ist das oft sinnvoll.
- Bewertungen beantworten, ohne die Verschwiegenheitspflicht zu verletzen: kein Bestätigen, dass jemand Mandant war, keine Details zum Fall. Ähnlich eng sind die Grenzen bei SEO für Ärzte mit ihrer Schweigepflicht.
Anwaltsportale stehen bei vielen Suchen vor den Kanzleien. Ein gepflegtes Profil dort kann Anfragen bringen, sollte aber nicht die eigene Website ersetzen. Wer nur über Portale gefunden wird, steht dort direkt neben den Mitbewerbern. Mehr zum lokalen Teil steht unter Local SEO.
Ratgeberinhalte, die Mandate bringen
Nicht jeder Ratgebertext bringt Mandate. Sinnvoll sind Themen, bei denen Leser nach dem Lesen einen Anwalt brauchen, nicht solche, die das Problem vollständig selbst lösen:
- „Kündigung erhalten: die ersten Schritte” führt oft zur Kündigungsschutzklage.
- „Scheidung ohne Anwalt” wird häufig gesucht, bringt aber selten Mandate, weil zumindest ein Ehegatte ohnehin anwaltlich vertreten sein muss. Hier lohnt eine ehrliche Antwort, die genau das erklärt.
- „Bußgeldbescheid prüfen” bringt Mandate, wenn die Seite erklärt, wann sich ein Einspruch lohnt.
Auch hier gilt, was Google bei sensiblen Themen besonders prüft: Wer schreibt, und kann diese Person es wissen? Ein Ratgeber mit Name und Fachgebiet der Anwältin oder des Anwalts wiegt mehr als ein anonymer Text.
Womit ich anfangen würde
- Das Google-Profil mit Kategorien, Öffnungszeiten und Terminlink vollständig aufstellen.
- Für die zwei oder drei wichtigsten Rechtsgebiete eigene Seiten anlegen.
- Die Teamseite mit Fachanwaltstiteln, Schwerpunkten und Werdegang ausbauen.
- Danach Ratgebertexte zu den Fragen schreiben, die in der Erstberatung am häufigsten kommen.
Wo Ihre Kanzlei heute steht, zeigt ein SEO-Audit mit Ihren echten Suchdaten: welche Rechtsgebiete schon gefunden werden und wo Mandanten zu Portalen oder anderen Kanzleien gehen.