Technisches SEO / Aus der Praxis

Canonical Tag: Was er tut und wie Sie ihn richtig setzen

Canonical Tag erklärt: wofür rel=canonical da ist, warum Google ihn nur als Signal wertet, typische Fehler und wie Sie die gewählte kanonische URL prüfen.

Der Canonical Tag (<link rel="canonical" href="…">) sagt Suchmaschinen, welche Adresse die bevorzugte Version einer Seite ist, wenn derselbe oder fast derselbe Inhalt unter mehreren URLs erreichbar ist. Google bündelt dann die Signale dieser Varianten auf eine Adresse und zeigt in den Suchergebnissen möglichst nur diese an.

Wichtig ist eine Einschränkung, die oft übersehen wird: Der Canonical ist für Google ein starkes Signal, keine Anweisung. Google kann sich für eine andere Adresse entscheiden, wenn andere Signale dagegensprechen (Google Search Central).

Wann es doppelte URLs überhaupt gibt

Die meisten Duplikate entstehen nicht durch kopierte Texte, sondern durch Technik:

UrsacheBeispiel
Parameter für Tracking oder Sortierung/schuhe/?utm_source=newsletter, /schuhe/?sort=preis
mit und ohne Schrägstrich am Ende/leistungen und /leistungen/
http und https, mit und ohne wwwhttp://example.de/, https://www.example.de/
Produkt in mehreren Kategorien/damen/sneaker-x/ und /sale/sneaker-x/
Druck- oder AMP-Versionen/artikel/ und /artikel/print/
Inhalte auf mehreren Domainsderselbe Artikel im eigenen Blog und auf einem Partnerportal

Für Varianten wie http/https, www und den Schrägstrich am Ende ist eine 301-Weiterleitung die sauberere Lösung. Der Canonical ist für Fälle gedacht, in denen beide Adressen erreichbar bleiben sollen, etwa Parameter-URLs.

Die Methoden im Vergleich

Google nennt drei Wege, eine bevorzugte Adresse anzugeben, und gewichtet sie unterschiedlich:

MethodeStärke laut GoogleWann sinnvoll
301-Weiterleitungstarkes Signaldie alte Adresse wird nicht mehr gebraucht
rel="canonical" im <head>starkes Signalbeide Adressen sollen erreichbar bleiben
Eintrag in der Sitemapschwaches Signalergänzend, in der Sitemap stehen nur bevorzugte Adressen

Die Methoden lassen sich kombinieren und verstärken sich dann. Für Dateien ohne HTML-Kopf, etwa PDFs, kann der Canonical auch im HTTP-Header gesetzt werden.

So setzen Sie den Canonical richtig

<link rel="canonical" href="https://www.example.de/leistungen/seo-audit/" />
  • Absolute Adresse mit Protokoll und Domain verwenden. Relative Pfade funktionieren, führen aber leicht zu Fehlern, etwa wenn eine Testumgebung gecrawlt wird.
  • Selbstreferenz auf jeder Seite: Jede indexierbare Seite verweist auf sich selbst. Das schützt vor Parameter-Varianten, die Sie nicht kennen.
  • Genau ein Canonical pro Seite. Stehen zwei unterschiedliche im Code, kann Google beide ignorieren.
  • Im <head>, nicht im Body. Ein Canonical, der per JavaScript erst später erscheint, ist unzuverlässig.
  • Auf eine Seite mit Status 200 zeigen, nicht auf eine Weiterleitung, eine 404-Seite oder eine Seite mit noindex.
  • Canonical und Sitemap stimmen überein: In die Sitemap gehören nur die Adressen, auf die die Canonicals zeigen. Ob das so ist, prüft unser Sitemap-Checker.

Typische Fehler

  • Alle Seiten verweisen auf die Startseite. Das passiert, wenn ein Template den Canonical fest einträgt. Google ignoriert solche Hinweise meist, im schlechtesten Fall verschwinden Unterseiten aus dem Index.
  • Paginierung auf Seite 1 kanonisiert. Seite 2 einer Kategorie hat andere Produkte als Seite 1. Jede Seite der Paginierung bekommt deshalb ihren eigenen Canonical.
  • Canonical und noindex auf derselben Seite. Das sind widersprüchliche Signale: „Diese Seite ist ein Duplikat von X“ und „Diese Seite soll gar nicht in den Index“. Google empfiehlt, zur Kanonisierung rel="canonical" zu nutzen und nicht noindex.
  • robots.txt statt Canonical. Eine in der robots.txt gesperrte Seite kann Google nicht lesen und sieht deshalb auch ihren Canonical nicht. Gesperrte URLs können trotzdem im Index landen.
  • Unterschiedliche Signale. Canonical zeigt auf A, interne Links und Sitemap auf B. Google folgt dann eher den vielen anderen Signalen. Interne Links sollten immer auf die kanonische Adresse zeigen, siehe Interne Verlinkung.
  • Canonical auf eine Seite mit anderem Inhalt. Der Canonical ist für Duplikate gedacht, nicht um Rankings von einer Seite auf eine andere zu übertragen. Für zusammengelegte Seiten ist eine 301-Weiterleitung richtig.

Prüfen, was Google gewählt hat

In der Search Console zeigt die URL-Prüfung für jede Adresse zwei Angaben: die vom Nutzer angegebene kanonische URL und die von Google ausgewählte. Weichen sie voneinander ab, hat Google Ihren Hinweis überstimmt.

Im Bericht „Seiten“ unter „Indexierung“ tauchen solche Fälle unter Status wie „Duplikat – Google hat eine andere Seite als der Nutzer als kanonische Seite bestimmt“ auf. Bei wenigen Adressen ist das unkritisch. Betrifft es wichtige Seiten, stimmen meist die Signale nicht überein: Inhalte sind sich zu ähnlich, interne Links zeigen auf die falsche Variante oder die Seite ist nur dünn befüllt.

Welcher Canonical auf einer einzelnen Seite gesetzt ist und ob er auf die Seite selbst zeigt, prüft unser Meta-Tag-Checker. Dazu gehören auch noindex und mehrfach gesetzte Canonicals. Wenn Seiten trotz Canonical miteinander konkurrieren, hilft der Artikel zur Keyword-Kannibalisierung.

FAQ: Canonical Tag

Was ist ein Canonical Tag?

Ein Element im <head> einer Seite, das Suchmaschinen die bevorzugte Adresse für einen Inhalt nennt, der unter mehreren URLs erreichbar ist. Google bündelt die Signale der Varianten dann auf diese Adresse.

Muss Google sich an den Canonical halten?

Nein. Google wertet ihn als starkes Signal, nicht als Anweisung. Sprechen Weiterleitungen, interne Links oder die Sitemap für eine andere Adresse, kann Google eine andere kanonische URL wählen.

Braucht jede Seite einen Canonical?

Er ist nicht Pflicht, aber empfehlenswert. Ein selbstreferenzierender Canonical auf jeder indexierbaren Seite schützt vor Duplikaten durch Parameter und Schreibweisen, die man nicht bedacht hat.

Canonical oder 301-Weiterleitung?

Wenn die alte Adresse nicht mehr gebraucht wird, ist die 301-Weiterleitung die bessere Wahl. Der Canonical passt, wenn beide Adressen erreichbar bleiben sollen, zum Beispiel bei Tracking- oder Sortierparametern.

Wie finde ich heraus, welche Adresse Google als kanonisch gewählt hat?

Mit der URL-Prüfung in der Google Search Console. Sie zeigt die von Ihnen angegebene und die von Google ausgewählte kanonische URL nebeneinander.

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