Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert: Ursachen und Lösungen
„Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ und „Gefunden – zurzeit nicht indexiert“ in der Search Console: was die beiden Status bedeuten, woran es liegt und was wirklich hilft.
„Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“ bedeutet: Google hat die Seite abgerufen und gelesen, sich aber entschieden, sie nicht in den Suchindex aufzunehmen. Der Status ist kein technischer Fehler, sondern eine Bewertung. Sein Gegenstück „Gefunden – zurzeit nicht indexiert“ bedeutet etwas anderes: Google kennt die Adresse, hat die Seite aber noch gar nicht abgerufen.
Beide Status sehen in der Search Console ähnlich aus, haben aber unterschiedliche Ursachen und brauchen unterschiedliche Lösungen. Wer sie verwechselt, arbeitet an der falschen Stelle.
Die beiden Status im Vergleich
| Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert | Gefunden – zurzeit nicht indexiert | |
|---|---|---|
| Was Google getan hat | Seite abgerufen und gelesen | nur die Adresse gesehen, etwa in der Sitemap oder in einem Link |
| Was Google entschieden hat | Die Seite verdient keinen Platz im Index | Die Seite ist noch nicht an der Reihe |
| Häufige Ursache | Qualität oder Dopplung | wenig Vertrauen in die Website, schwache interne Verlinkung, zu viele URLs |
| Typisch für | gewachsene Websites mit vielen ähnlichen Seiten | neue Domains und neue Seitenbereiche |
| Was hilft | Seiten zusammenlegen, ausbauen oder aussortieren | interne Links von indexierten Seiten, weniger unwichtige URLs, Geduld |
Welcher Status vorliegt, zeigt die URL-Prüfung in der Search Console für jede einzelne Seite. Die Übersicht unter „Seiten“ fasst alle betroffenen Adressen je Status zusammen.
Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert: die Ursachen
Bei diesem Status hat Google die Seite gesehen. Das Problem ist also nicht die Erreichbarkeit, sondern das, was auf der Seite steht, oder das, was daneben steht. Die häufigsten Auslöser:
- Mehrere Seiten beantworten dieselbe Frage. Fünf Artikel zu „Website erstellen lassen“ aus leicht verschiedenen Blickwinkeln machen aus Googles Sicht einen guten und vier überflüssige. Welche Seite gewinnt, entscheidet Google, nicht die Website. Mehr dazu unter Keyword-Kannibalisierung.
- Viele sehr kurze Seiten. Glossareinträge mit 150 Wörtern, Tag-Seiten, Filterseiten im Shop: Jede einzelne ist harmlos, in der Masse ziehen sie die Bewertung der ganzen Website nach unten.
- Die Seite sagt nichts, was es nicht schon gibt. Ein Text, der dieselben Punkte aufzählt wie die zehn Seiten, die bereits ranken, fügt dem Index nichts hinzu.
- Die Seite ist kaum verlinkt. Eine Seite, auf die intern nur die Sitemap zeigt, wirkt aus Googles Sicht unwichtig, auch wenn der Inhalt gut ist.
Seltener, aber schnell zu prüfen: Die Seite verweist per Canonical auf eine andere Adresse, oder der Hauptinhalt wird erst per JavaScript nachgeladen und fehlt in der Version, die Google sieht. Beides zeigt die URL-Prüfung unter „Gecrawlte Seite ansehen“.
Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert: was hilft
Die naheliegende Reaktion, mehr Text zu schreiben, hilft selten. Wirksamer ist, weniger und bessere Seiten zu haben:
- Seiten mit derselben Frage zusammenlegen. Den besten Inhalt aller Varianten in die stärkste Seite übernehmen, die anderen per 301 weiterleiten und alle internen Links auf die verbleibende Seite umstellen.
- Sehr dünne Seiten ausbauen oder auf noindex setzen. Ein Glossar mit 60 Einträgen, von denen drei gesucht werden, braucht keine 57 indexierten Kurzseiten.
- Wichtige Seiten intern verlinken. Links aus dem Fließtext thematisch passender, bereits indexierter Seiten sind das stärkste Signal, das eine Website selbst setzen kann. Wie das systematisch geht, steht im Artikel zur internen Verlinkung.
- Die Sitemap bereinigen. Nur Seiten aufnehmen, die indexiert werden sollen, und das Änderungsdatum (
lastmod) nur setzen, wenn sich der Inhalt wirklich geändert hat. Ein Datum, das bei jedem Build neu gesetzt wird, macht die Angabe für Google wertlos. - Danach einzelne Seiten neu prüfen lassen. In der URL-Prüfung „Indexierung beantragen“ für die wichtigsten überarbeiteten Seiten, nicht für alle.
Den Erfolg misst man an der Zahl der indexierten Seiten in der Search Console, nicht an Rankings. Bis Google eine Website neu bewertet hat, vergehen erfahrungsgemäß einige Wochen.
Gefunden – zurzeit nicht indexiert: die Ursachen
Hier hat Google die Seite noch nicht einmal abgerufen. Google verteilt seine Crawling-Zeit nach Wichtigkeit, und eine neue oder wenig verlinkte Seite steht in dieser Warteschlange weit hinten. Typische Gründe:
- Die Domain ist neu. Eine neue Website hat noch kein Vertrauen. Oft wird zuerst nur die Startseite indexiert, die Unterseiten warten wochenlang.
- Die Seiten sind nur über die Sitemap bekannt. Eine Sitemap sagt Google, dass es eine Seite gibt, aber nicht, dass sie wichtig ist.
- Die Website hat sehr viele URLs. Tausende Filter-, Such- oder Parameterseiten verbrauchen Crawling-Zeit, die den wichtigen Seiten fehlt.
- Der Server antwortet langsam oder mit Fehlern. Dann drosselt Google das Crawling von sich aus.
Gefunden – zurzeit nicht indexiert: was hilft
- Links von bereits indexierten Seiten setzen. Ist nur die Startseite im Index, gehören die wichtigsten Unterseiten direkt auf die Startseite, nicht erst in ein Untermenü.
- Unwichtige URLs aus dem Crawling nehmen. Filter- und Parameterseiten per robots.txt ausschließen oder gar nicht erst verlinken.
- Die Sitemap aktuell halten und einreichen. Das beschleunigt nichts garantiert, stellt aber sicher, dass Google alle Adressen kennt.
- Für die wichtigsten Seiten die Indexierung beantragen. Das Tageskontingent in der Search Console ist begrenzt, deshalb nur für die Seiten, auf die es ankommt.
- Erwähnungen von außen aufbauen. Ein Link von einer anderen Website zeigt Google, dass die Domain existiert und relevant ist. Bei neuen Domains ist das oft der Unterschied zwischen Wochen und Monaten.
Wer mehrere Wochen nach dem Start nur „Gefunden“ sieht, hat in der Regel kein Qualitätsproblem, sondern ein Vertrauens- und Verlinkungsproblem. Neue Inhalte helfen dann wenig, solange die vorhandenen noch nicht gecrawlt sind.
Was nicht hilft
- Seiten löschen und neu anlegen. Eine neue URL beginnt wieder am Ende der Warteschlange.
- Täglich „Indexierung beantragen“. Mehrfache Anträge für dieselbe Seite beschleunigen nichts.
- Mehr Seiten zum gleichen Thema schreiben. Das verschärft beim Status „Gecrawlt“ genau das Problem, das ihn ausgelöst hat.
- Die Seite aus der Sitemap nehmen, damit der Status verschwindet. Der Bericht wird dann sauberer, die Seite aber nicht indexiert.
Andere Status, die oft verwechselt werden
| Status | Bedeutung | Handlungsbedarf |
|---|---|---|
| Durch „noindex“-Tag ausgeschlossen | Die Seite verbietet die Indexierung selbst | Nur, wenn die Seite doch in den Index soll |
| Seite mit Weiterleitung | Die Adresse leitet weiter | Keiner, wenn die Weiterleitung gewollt ist |
| Duplikat – Google hat eine andere Seite als kanonisch bestimmt | Google hält eine andere URL für die Hauptversion | Prüfen, ob Canonical und interne Links auf dieselbe Adresse zeigen |
| Alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag | Die Seite verweist korrekt auf eine andere | Keiner |
Plötzlich viele nicht indexierte Seiten können auch Teil eines größeren Einbruchs sein. Wie man das eingrenzt, steht im Artikel zum Sichtbarkeitsverlust.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis eine Seite indexiert wird? Bei etablierten Websites oft wenige Tage, bei neuen Domains mehrere Wochen. Eine feste Frist gibt es nicht, Google selbst nennt keine.
Schadet es, wenn viele Seiten nicht indexiert sind? Nicht indexierte Seiten selbst schaden nicht. Sie sind aber ein Hinweis darauf, dass Google einen Teil der Website für wenig wertvoll hält, und das kann auch die übrigen Seiten betreffen.
Hilft es, die Seite neu zu veröffentlichen, damit das Datum aktuell ist? Nein. Ein neues Datum ohne neue Inhalte ändert nichts an Googles Bewertung. Entscheidend ist, was sich auf der Seite tatsächlich verbessert hat.
Wenn Sie wissen möchten, warum Ihre Seiten nicht in den Index kommen, zeigt ein SEO-Audit die Ursache mit Ihren echten Search-Console-Daten.