Keyword-Recherche: So finden Sie Suchbegriffe, die Anfragen bringen
Keyword-Recherche in sechs Schritten: eigene Search-Console-Daten zuerst, Suchvolumen richtig lesen, Suchintention prüfen und Seiten zuordnen.
Keyword-Recherche heißt herauszufinden, mit welchen Wörtern Ihre Kunden nach Ihrem Angebot suchen, wie oft, mit welcher Absicht und gegen welche Konkurrenz. Das Ergebnis ist keine lange Liste, sondern eine Zuordnung: Welche Seite soll für welche Suchanfrage gefunden werden?
Die häufigsten Fehler passieren nicht bei der Suche nach Keywords, sondern beim Lesen der Zahlen. Deshalb steht in dieser Anleitung die Datenqualität im Mittelpunkt.
Schritt 1: Mit den eigenen Daten anfangen
Die beste Quelle haben Sie meist schon: die Google Search Console. Unter „Leistung“ sehen Sie, bei welchen Suchanfragen Ihre Seiten bereits erscheinen, mit Impressionen, Klicks und Position. Drei Muster sind besonders wertvoll:
- Anfragen auf Position 8 bis 20: Hier fehlt oft wenig bis Seite 1. Eine bessere Überschrift, ein eigener Abschnitt oder ein paar interne Links reichen manchmal.
- Anfragen, für die die falsche Seite erscheint: etwa die Startseite statt der passenden Leistungsseite. Das ist ein Hinweis auf eine fehlende oder zu schwache Unterseite.
- Lange Anfragen mit mehr als vier Wörtern: Sie zeigen, wie Menschen ihr Problem tatsächlich formulieren, zunehmend auch als ganze Fragen.
Wer neu startet, hat diese Daten noch nicht. Dann beginnt die Recherche mit Schritt 2.
Schritt 2: Ideen sammeln
Ausgangspunkt sind die Begriffe, die Ihre Kunden verwenden, nicht Ihre internen Fachbegriffe. Gute Quellen:
- Fragen aus Kundengesprächen, Anfragen und Angeboten
- die Google-Suche selbst: Autovervollständigung, „Ähnliche Fragen“ und „Ähnliche Suchanfragen“ am Ende der Seite
- die Seiten der Wettbewerber, die bei Ihren wichtigsten Begriffen oben stehen
- der Keyword-Planer in Google Ads, der zu einem Begriff verwandte Suchanfragen vorschlägt
Schritt 3: Suchvolumen richtig lesen
Hier passieren die teuersten Fehler. Suchvolumen sind Schätzungen, und verschiedene Quellen liefern für denselben Begriff sehr unterschiedliche Werte.
Ein Beispiel aus unserer eigenen Arbeit für einen lokalen Begriff, die Kombination aus „seo“ und einer Ruhrgebietsstadt:
| Quelle | Wert |
|---|---|
| Schätzung eines SEO-Datenanbieters | rund 520 Suchen pro Monat |
| Keyword-Planer von Google Ads | 30 Suchen pro Monat |
| Search Console der rankenden Website (3 Monate) | rund 500 Impressionen, davon fast vier Fünftel am Desktop |
Die Wahrheit lag deutlich näher an 30 als an 520. Die hohen Desktop-Impressionen stammten zu einem großen Teil vermutlich von Rank-Trackern, also Programmen, die Positionen automatisiert abfragen. Daraus folgen drei Regeln:
- Bei lokalen und kleinen Begriffen den Google-Ads-Wert nehmen und andere Schätzungen als Obergrenze sehen.
- Impressionen nach Gerät aufschlüsseln. Wenn bei einem Begriff fast nur Desktop-Impressionen und keine Klicks auftauchen, ist Vorsicht angebracht.
- Trends ansehen, nicht nur Durchschnitte. Viele Begriffe schwanken über das Jahr deutlich, etwa im Januar nach oben.
Ohne laufende Kampagne zeigt der Google-Ads-Keyword-Planer oft nur Spannen statt genauer Werte. Für eine Priorisierung reicht das meist.
Schritt 4: Suchintention prüfen
Bevor ein Keyword einer Seite zugeordnet wird, gehört ein Blick in die Suchergebnisse dazu. Was zeigt Google oben? Ratgeber, Produktseiten, Anbieterlisten, lokale Einträge in der Karte? Die Art der Seite, die oben steht, verrät, was Google bei dieser Suche für passend hält. Eine Leistungsseite rankt selten für einen Begriff, bei dem Google nur Ratgeber zeigt, und umgekehrt.
Die vier Arten der Suchintention und wie man sie erkennt, beschreibt der Artikel Suchintention. Für eine schnelle Einschätzung gibt es unser Suchintention-Tool.
Schritt 5: Konkurrenz einschätzen
Ein Keyword mit 5.000 Suchen pro Monat hilft nichts, wenn oben nur Marktführer mit tausenden Verweisen stehen. Für die Einschätzung zählen:
- Wer steht auf den ersten fünf Plätzen: große Portale, Fachseiten oder kleine Anbieter wie Sie?
- Wie gründlich beantworten diese Seiten die Frage?
- Gibt es Plätze, die erreichbar sind, etwa schwache Forenbeiträge oder veraltete Artikel?
Eine erste Orientierung, wie schwer ein Begriff zu erreichen ist, gibt unser Tool Keyword-Potenzial.
Schritt 6: Keywords Seiten zuordnen
Am Ende steht eine Tabelle, nicht eine Liste:
| Seite | Hauptkeyword | Nebenbegriffe | Status |
|---|---|---|---|
| /leistungen/seo-audit/ | seo audit | seo analyse, website check | besteht, ausbauen |
| /blog/canonical-tag/ | canonical tag | rel canonical, kanonische url | neu |
Zwei Regeln verhindern die häufigsten Probleme:
- Ein Hauptkeyword pro Seite. Zwei Seiten für dieselbe Suchanfrage konkurrieren miteinander, mehr dazu unter Keyword-Kannibalisierung.
- Gleiche Suchergebnisse, gleiche Seite. Wenn Google für zwei Begriffe weitgehend dieselben Ergebnisse zeigt, gehören sie auf eine Seite. Wie stark sich die Ergebnisse zweier Suchanfragen überschneiden, misst unser SERP-Overlap-Tool.
Und die KI-Suche?
In ChatGPT oder im KI-Modus von Google stellen Menschen längere Fragen als bei der klassischen Suche. Die Grundlage bleibt trotzdem dieselbe: Wer die Fragen seiner Kunden kennt und auf passenden Seiten klar beantwortet, wird eher gefunden und zitiert. Wie sich das messen lässt, beschreibt der Artikel Was ist GEO?.
FAQ: Keyword-Recherche
Welches Tool brauche ich für die Keyword-Recherche?
Für den Start reichen kostenlose Quellen: die Google Search Console, die Google-Suche selbst und der Keyword-Planer von Google Ads. Kostenpflichtige Tools liefern mehr Ideen und Wettbewerbsdaten, ihre Suchvolumen sind aber ebenfalls Schätzungen.
Wie viele Keywords braucht eine Seite?
Ein Hauptkeyword und einige eng verwandte Begriffe. Wenn sich zwei Begriffe in den Suchergebnissen stark unterscheiden, brauchen sie eigene Seiten.
Warum unterscheiden sich Suchvolumen zwischen Tools so stark?
Weil fast alle Werte Schätzungen sind, die auf unterschiedlichen Daten beruhen. Gerade bei kleinen und lokalen Begriffen können sie um ein Vielfaches auseinanderliegen. Der Google-Ads-Keyword-Planer und die eigene Search Console sind meist die verlässlichsten Quellen.
Lohnen sich Keywords mit wenig Suchvolumen?
Oft ja. Begriffe mit 30 Suchen pro Monat und klarer Kaufabsicht bringen einem lokalen Anbieter mehr Anfragen als ein allgemeiner Begriff mit 5.000 Suchen, bei dem er nie auf Seite 1 kommt.
Wie oft sollte man die Keyword-Recherche wiederholen?
Die Zuordnung von Keywords zu Seiten bleibt meist lange stabil. Die eigenen Search-Console-Daten lohnt ein Blick alle paar Wochen, weil dort neue Suchanfragen auftauchen, die eine Ergänzung oder eine neue Seite rechtfertigen.